Blütenreiner, skandinavischer Powermetal – ein gelungener dritter Streich

Seven Thorns: Blütenreiner, skandinavischer Powermetal

Albumrezension vom zweiten Album der dänischen Powermetaller Seven Thorns

Ich durfte die Jungs aus Dänemark um den Gründer Lars Borup bereits lange vor Release des Silberlings live erleben,
als die Powermetaller in Ingolstadt auf Promotour für ihr zweites Album in dieser Besetzung unterwegs waren.
Auch wenn SEVEN THORNS inzwischen ihr drittes Album in den Plattenregalen wissen, so liess mich die Band wissen,
dass die Titelwahl der aktuellen Scheibe darauf beruht, dass sie in dieser Besetzung als Band erst ihren Weg gefunden
haben und auch wenn sie das erste Album keineswegs verleugnen, so sehen sie erst die beiden Nachfolger als echtes Machwerk von SEVEN THORNS an und nannten ihren Neuling daher „II“ (Number Two).
Im Rahmen der Promotiontour genoss ich die Jungs ja in einem sehr kleinen Club vor einem eher übersichtlichen Publikum,  aber vielleicht war das gut so, denn LILLIAN AXE, die danach auftraten, langweilten mit ihrem Spiel derart, dass ich nach drei Songs die Location verliess. SEVEN THORNS hingegen gaben alles und überzeugten auf ganzer Linie mit gutem Sound, perfekter Handhabung ihrer Werkzeuge und Bühnenpräsenz, bei der man einfach das Herzblut ausmachen konnte. Aber zurück zur neuen Scheibe:
Mit insgesamt 10 Tracks und einem Bonussong, der zeigt, dass die Jungs in der Tat spielfreudig und für jeden Spaß zu haben sind, bietet „II“ mit einer Spiellänge von knapp 50 Minuten einen echten Powermetalhörgenuss, bei dem man nicht verhehlen kann, dass die Band zu ihren musikalischen Vorbildern und Präferenzen wie Sonata Arctica oder gar Yngwie Malmsteen steht.
Textlich wie musikalisch wird hier einiges geboten und so schafften es „QUEEN OF SWORDS“, „EYE OF THE STORM“ und „AFTER THE STORM“ auf meine persönliche Fav-List.“REDEMPTION“ und „NIGHT OF TEMPTATION“ brillieren mit genialen Refrains.
Die Dänen zeigen mit diesem Album, dass sie technisch versiert sind und ihr Handwerk verstehen. Die Vokalisten Holm und Blide intonieren das Ganze höchst gelungen, wobei Blide bei Liveauftritten komplett für den Gesang verantwortlich zeichnet. Man hört sofort, dass da eine klassische Ausbildung dahintersteht und es wäre wünschenswert, wenn Gustav da weitermacht,  denn das hat wirklich Potential!
Das Album kommt gediegen daher, bietet aber einiges an Abwechslung – allein schon, wenn man die Instrumentenauswahl betrachtet:
Von getriebenen, genialen Gitarrensoli bis hin zu Pianopassagen, die sehr hörenswert sind – die zeitweiligen choralen Einlagen nicht zu vergessen. Sogar pogressie Einflüsse kann der geneigte Hörer ausmachen. Alles in Allem eine wirklich gute Fortsetzung der  SEVEN THORNS-Discografie, die nach Fortsetzung schreit.
Nicht zuletzt möchte ich das künstlerisch sehr gelungene Cover erwähnen, dass SEVEN THORNS – genau wie den Schriftzug des Bandnamens an sich – keineswegs von irgendeiner Firma haben entwerfen lassen.
Wenn es eure Zeit erlaubt, sichert euch unbedingt Karten für einen Livegig, denn hier beweisen Nicolaj, Gustav, Gabriel, Christian, Asger und Lars, dass sie sich defintiv aus dem Einheitsbrei abheben und der Funke springt garantiert über. Von mir gibt es eine unbedingte Kaufempfehlung, wenn man blütenweißen Powermetal mag. (9 von 10 Punkten)

Website:

www.seventhorns.com
Seven Thorns
Album:  II
Stil: Melodic/Power Metal
Label:  Sonic Revolution/Soulfood
Spieldauer: 47:29
Erschienen: 07.03.2014

Besetzung:

  • Bass – Nicolaj Marker
  • Gesang – Mik Holm, Gustav Blide
  • Gitarre – Gabriel Tuxen, Christian Strøjer
  • Keys – Asger W. Nielsen
  • Schlagzeug – Lars Borup

Seven Thorns

Tracklist:

  1. Intro
  2. Eye Of The Storm
  3. Revelation
  4. Queen Of Swords
  5. Justice
  6. Night Of Temptation
  7. Redemption
  8. You’re Not Brave (If You Are Not Scared)
  9. A Joker’s Game
  10. After The Storm
  11. Mamma Mia (ABBA-Coverversion)

Text: Angie Kuhnke, Fotos: Seven Thorns

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